Encounters (出会い) — Where unexpected moments turn into music.
Sometimes a song appears out of nowhere — a spark, a coincidence, a quiet whisper between two worlds. Not planned. Not written in advance. Just a moment that feels right. Here I keep those songs. The ones born from experiments, accidents, late-night ideas… and from the gentle gravity between Itsuke and Etsurakami, whose paths keep crossing in ways that feel like fate. Every encounter has its own story. Every story has its own light. Here is where those lights find their place.
… but first, let me tell you a story …
It began — not in a single instant, but in several quiet moments that later seemed to belong together.
On an ordinary afternoon in a small café in Tokyo, Itsuke sat with his headphones around his neck and an open notebook in front of him. He was working on a song he called “Drift Between Suns” — a piece about standing between two worlds, shaped by memories of Colmar and by a life he had never entirely left behind. It carried silence and restlessness at the same time.
Etsurakami was there too. The café was one of those places to which they both returned from time to time. Their paths had already touched in brief words and glances, yet neither of them knew what that nearness meant. A few fragments of the melody reached her — a soft humming, unfinished lines, a feeling that seemed strangely familiar. Nothing had to be explained. The music simply remained with her.
At the edge of Tokyo stood a tiny, slightly crooked recording studio, almost forgotten by the city. It belonged to an older man who called himself BigLaloosch. He was not big at all, but wore a beard as if it could lift him a few centimeters closer to the sky. His studio was a modest room of old cables, warm light and dusty buttons — a place where unfinished things were allowed to breathe.
Both Itsuke and Etsurakami found their way there, each carrying a different part of the same unspoken distance. Their recordings reached the same room, though not every voice arrived at the same hour. Itsuke left behind the shape of his song; Etsurakami brought a feeling that answered it without knowing why. BigLaloosch listened, scratched his beard and heard a connection neither of them had yet named.
English. Korean. And, quietly, German.
The German words touched the memory of Colmar that Itsuke carried like a hidden wound. Etsurakami wanted to try them, not because the language belonged to her, but because she wished to come closer to something that belonged to him. From that wish, three versions grew — three windows opening onto the same light. Sometimes their voices stood alone. Sometimes they seemed to answer each other across the silence.
BigLaloosch kept what remained: fragments of melody, half-finished sentences, the pauses between words. In his notes, their separate paths began to sound like parts of one story — not because they had always walked together, but because something in them had long been moving in the same direction.
That was how “Drift Between Suns” came to life: not as a single beginning, but as an encounter slowly becoming audible.
And that is how I heard it — little by little, voice by voice, until the distance between them began to sound like music.
Begegnungen (出会い) — Wenn unerwartete Momente zu Musik werden.
Manchmal entsteht ein Lied wie von selbst — ein Funke, ein Zufall, ein leiser Atemzug zwischen zwei Welten. Nicht geplant. Nicht vorher geschrieben. Nur ein Moment, der sich richtig anfühlt. Hier sammle ich genau diese Songs. Die, die aus Experimenten entstanden sind, aus kleinen Zufällen, aus nächtlichen Ideen… und aus der stillen Anziehung zwischen Itsuke und Etsurakami, deren Wege sich immer wieder berühren — wie durch Schicksal. Jede Begegnung erzählt eine eigene Geschichte. Jede Geschichte trägt ihr eigenes Licht. Hier finden diese Lichter ihren Platz.
… aber zuerst erzähle ich euch eine Geschichte …
Es begann — nicht in einem einzigen Augenblick, sondern in mehreren stillen Momenten, die später wirkten, als hätten sie schon immer zusammengehört.
An einem ganz gewöhnlichen Nachmittag saß Itsuke in einem kleinen Café in Tokio. Die Kopfhörer lagen um seinen Hals, vor ihm ein geöffnetes Notizbuch. Er arbeitete an einem Lied, das er „Zwischen zwei Sonnen“ nannte — eine Melodie über das Leben zwischen zwei Welten, getragen von Erinnerungen an Colmar und von einem Leben, das er nie ganz hinter sich gelassen hatte. In ihr lagen Stille und Unruhe zugleich.
Auch Etsurakami war dort. Das Café gehörte zu jenen Orten, zu denen beide von Zeit zu Zeit zurückkehrten. Ihre Wege hatten sich bereits in wenigen Worten und Blicken berührt, doch keiner von ihnen wusste, was diese Nähe bedeutete. Ein paar Fragmente der Melodie erreichten sie — ein leises Summen, unfertige Zeilen, ein Gefühl, das ihr seltsam vertraut vorkam. Nichts musste erklärt werden. Die Musik blieb einfach bei ihr.
Am Rand von Tokio stand ein kleines, etwas schiefes Tonstudio, beinahe vergessen von der Stadt. Es gehörte einem älteren Mann, der sich BigLaloosch nannte. Er war nicht besonders groß, aber er trug einen Bart, als könnte er dadurch ein paar Zentimeter näher an den Himmel rücken. Sein Studio bestand aus alten Kabeln, warmem Licht und staubigen Knöpfen — ein Ort, an dem unfertige Dinge atmen durften.
Sowohl Itsuke als auch Etsurakami fanden ihren Weg dorthin, jeder mit einem anderen Teil derselben unausgesprochenen Entfernung. Ihre Aufnahmen gelangten in denselben Raum, auch wenn nicht jede Stimme zur selben Stunde eintraf. Itsuke hinterließ die Form seines Liedes; Etsurakami brachte ein Gefühl mit, das darauf antwortete, ohne zu wissen, warum. BigLaloosch hörte zu, strich sich über den Bart und erkannte eine Verbindung, für die beide noch keinen Namen hatten.
Englisch. Koreanisch. Und ganz leise auch Deutsch.
Die deutschen Worte berührten die Erinnerung an Colmar, die Itsuke wie eine verborgene Wunde in sich trug. Etsurakami wollte sie versuchen — nicht, weil diese Sprache ihr gehörte, sondern weil sie etwas näher an das herankommen wollte, was zu ihm gehörte. Aus diesem Wunsch wuchsen drei Versionen — drei Fenster, die sich zum selben Licht öffneten. Manchmal standen ihre Stimmen allein. Manchmal schienen sie einander über die Stille hinweg zu antworten.
BigLaloosch bewahrte, was zurückblieb: Fragmente einer Melodie, halbe Sätze und die Pausen zwischen den Worten. In seinen Notizen begannen ihre getrennten Wege wie Teile derselben Geschichte zu klingen — nicht, weil sie schon immer gemeinsam gegangen waren, sondern weil sich etwas in ihnen längst in dieselbe Richtung bewegte.
So entstand „Zwischen zwei Sonnen“: nicht als ein einziger Anfang, sondern als eine Begegnung, die langsam hörbar wurde.
Und so habe ich sie gehört — nach und nach, Stimme für Stimme, bis selbst die Entfernung zwischen ihnen wie Musik klang.